Gerechtigkeit

Fangen wir einfach mit den reichsten Menschen auf unserem Planeten an, den Milliardären. Ja es gibt immer mehr Milliardäre auf unserer Welt, kann man sich auf einer Statistik von Wikipedia anschauen. Auch wenn ich kein Fan von Widipedia bin, erscheinen mir diese Listen dort realistisch. Was kommt dabei heraus, wenn man sich die Liste der Milliardäre bezogen auf einzelne Länder anschaut? Hier die Liste der Top-Ten sortiert nach Ländern:

In den USA gibt es 735 Milliardäre, in China 495, in Indien 169, in Deutschland 126, in Russland 105, in Honkong 66, in Italien 64, in Kanada 63, in Taiwan und Großbritannien jeweils 52.

Wenn man diese Milliardäre fragt, womit sie sich diese Milliarden verdient haben, werden sie wahrscheinlich antworten, dass sie doch auch ganz viel für unseren Planeten leisten. In Wahrheit ist das natürlich gelogen. Sie „verdienen“ ihr Geld damit, dass sie im Besitz von großen Firmen sind (die Arbeit leisten dann andere), oder sie kaufen und verkaufen Wertpapiere (z.B. an den Aktienmärkten oder mit Immobilien). Dieses kaufen und verkaufen machen sie dann in der Regel auch gar nicht selbst, auch dafür lassen sie Finanzexperten für sich arbeiten.

Kurz und gut: Diese Milliardäre arbeiten nicht für das Wohl unseres Planeten, sie kassieren immer nur immer mehr Geld für das reine Nichtstun, jedenfalls arbeiten sie nicht. Viele Milliardäre werden sicherlich darauf verweisen, dass sie sehr aktiv sind, von einem Wirtschaftstreffen zum anderen Jagen, letztlich würden sie also viel mehr Arbeiten als normale Arbeiternehmer. Aber, meine Frage: Ist das Arbeit. Schaffen sie damit irgendwelche Werte, die den Menschen nutzen? Ich behaupte nein und: Wer mit seiner Tätigkeit keinerlei Werte schafft, die den Menschen nutzen, der arbeitet nicht.

Die andere Seite: Laut Welthungerhilfe leiden gegenwärtig 735 Millionen Menschen weltweit an Unterernährung, 2015 waren es „nur“ 163 Millionen Menschen. Eines ist wohl klar: Nur ein kleiner Prozentsatz der Reichtümer der Milliardäre würde dafür ausreichen, damit zumindest kein Mensch auf unserer Erde unter Hunger leiden müsste. Nein, diese Welt ist bestimmt nicht gerecht.

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer

Das gilt wie gesehen weltweit. Aber auch in den allermeisten der bestehenden Staaten wird diese Schere immer größer, gerade auch in Deutschland. Da gibt es Menschen, die zweifelsohne wichtige Arbeit für das Wohl der Menschen leisten (etwa Gesundheits- und AltenpflegerInnen, KindergärtnerInnen, aber auch Menschen, die bei der Müllabfuhr arbeiten und noch viele mehr). Für viele Menschen in solchen Berufen gilt: Das ist eine harte Arbeit und ohne Zweifel sehr nützlich für die Gesellschaft. Allerdings verdienen viele dieser Menschen so wenig Geld, dass ihnen im Alter keine üppige Rente zustehen wird, sondern ihnen Altersarmut droht.

Ein bisschen besser haben es die Menschen, die in Betrieben arbeiten, für die es einen Tarifvertrag gibt. Hier setzen die Gewerkschaften immer wieder auch Lohnerhöhungen durch, von denen diejenigen, die nicht in so einem Betrieb arbeiten, nur träumen können. Auch wenn es diesen Menschen finanziell etwas besser geht, so gilt dennoch: Auch ihre finanzielle Zukunft besonders im Alter ist keineswegs gesichert.

Kurz und gut: Es braucht einen Systemwechsel. Ein weiter so in einem System des neoliberalen Kapitalismus wird nur dafür sorgen, dass die Schere zwischen Arm und Reich sowohl weltweit als auch in Deutschland immer größer werden wird. Das ist übrigens nicht nur eine finzanzielle Frage: Wer nicht groß angeben kann mit Äußerungen wie „Mein Auto, mein Haus, meine Yacht“, genießt gesellschaftlich weniger Ansehen. Alle Menschen haben das natürliche Bedürfnis, dass sie für das, was sie leisten oder was sie einfach nur sind, auch gesellschaftlich anerkannt werden. Auch das ist in unserer Gesellschaft überhaupt nicht so. Hier gilt: Je mehr Geld du hast umsomehr Geltung hast Du in unserer Gesellschaft. Ein solches gesellschaftliches System nenne ich einfach nur unmenschlich.

Klar gesagt, ich wünsche mir einen Systemwechsel. Das ist aber nicht so einfach. Im Thema „Umweltzerstörung beenden“ habe ich die Theorien von Karl Marx hervorgehoben. Nun, es gab einmal eine Revolution in Russland, im Anschluss wurde die Sowjetunion gegründet, man bezog sich dabei auch auf die Theorien von Marx. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Staaten im Osten von Stalin zwangweise in dieses System einbezogen. Letztlich ist dieses System aber krachend gescheitert. Warum? Letztlich fühlten sich in die Menschen in diesem System, was demokratisch gesehen eine reine Diktatur der jeweiligen Parteioberen war, einfach nicht wohl. Die Lebensbedinungen für die kleinen Menschen dort waren eher noch deutlich schlechter als im kapitalisitschen Westen. Die Menschen dort wollten dieses „Experiment“ einfach beenden.

Momentan gibt es ein großes Land auf der Welt, dass von einer kommunistischen Partei geleitet wird und dabei auch große wirtschaftliche Erfolge feiert, China. Auch wenn sich dieses Land „kommunistisch“ nennt, wirtschaftlich gesehen unterscheidet es sich kaum vom neoliberalen Kapitalismus. Die Einkommensschere zwischen Arm und Reich in diesem Land ist mindestens so groß wie auch in Deutschland. Nein, ein System wie in China (was darüber hinaus auch wenig demokratisch ist) kann für mich auch keine Alternative zum neoliberalen Kapitalismus sein.

Wie gesagt, ich wünsche mir sowohl weltweit als auch in Deutschland selbst, ein besseres und gerechteres System als den neoliberalen Kapitalismus. Dabei stellen sich natürlich zwei Fragen:

  • Wie genau soll dieses System aussehen?
  • Wie kann man ein solches anderes System auch durchsetzen?

Nein, ich kann diese Frage jetzt nicht mal eben beantworten. Aber dazu ist diese Web-Seite auch da. Lasst uns gemeinsam darüber diskutieren, schreibt einfach eure Meinungen zu diesen Fragen. Im Internet gibt es zu diesen Fragen reichhaltige Beiträge. Also, traut Euch. Schreibt Eure Meinungen und Vorschläge. So könnte eine interessante und fruchtbare Diskussion über unser aller Zukunft zustande kommen.